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Mopedtouren

R1200GS 1

Am 18. Mai 2004 war es soweit. An diesem Dienstag habe ich meine neue GS bekommen und ich habe mich unheimlich darauf gefreut. Meine alte R 1100 GS war mit 7 Jahren und rund 54.000 km doch auch schon etwas in die Jahre gekommen und da hat es sich angeboten auf die neue Generation umzusteigen. Ob sie nun auch hält was sie verspricht, dass wird sich hoffentlich in nächster Zeit herausstellen.

R1200GS 2

4. Juni 2004:
Die ersten 1.000 km sind runter und die Einfahrinspektion durchgeführt. Als ich die GS dann wieder abholen wollte, ging leider erst mal gar nichts mehr. Es hat dann auch einige Stunden gedauert bis die BMW Werkstatt herausgefunden hat, dass sich der Masseanschluss unter dem Tank losvibriert hatte und abgefallen war. Da mich die Werkstatt in der Zwischenzeit noch mal heimgeschickt hat um alle Schlüssel zur Vorsicht zu holen (es wurde schon vermutet die Codierung neu vornehmen zu müssen), kam ich wenigstens in den Genuss eine K1200RS Probe zu fahren. Wegen der Unannehmlichkeiten hat mir die Werkstatt auch nicht die R1100S in Rechnung gestellt, die ich als Ersatzfahrzeug bei der Inspektion gebucht hatte.
Im Rahmen der Inspektion konnte die von mir reklamierte Tankanzeige (bleibt seit dem ersten Kilometer immer wieder hängen) leider nicht gerichtet werden. Im Gegenteil, diese geht seitdem leider gar nicht mehr und zeigt nur noch Blödsinn an. Naja, die werden das dann schon noch in den Griff kriegen. Nichts desto trotz macht das Fahren mit der neuen GS so richtig Spaß, und das bei einem Verbrauch (bisher) zwischen 4,5 und 5 ltr/100km.

25. Juni 2004:
Der Kraftstoffmesser wird aus- und eingebaut und die Pumpe ausgetauscht.  Dies führt dazu, dass jetzt auf  den ersten ca. 180 km nach jedem Tanken keinerlei Reaktion zu verzeichnen  ist, d.h. es wird  immer voll angezeigt, und dann fehlt auf einmal die Hälfte des  Tankinhalts. Wie die Geschichte wohl noch ausgeht? (KM-Stand ca. 2.200)

2. August 2004:
Nach dem doch sehr feuchten und teilweise auch kühlen ersten Halbjahr, kommt das Wetter jetzt im August scheinbar doch noch in Schwung, nur meine GS leider nicht (mehr). Seit Montag den 2.8.2004 geht nämlich gar nichts mehr - sie springt ohne ersichtlichen Grund von heute auf morgen nicht mehr an. Nachdem ich bei meinem Händler am Montag Abend einen Notruf abgesetzt hatte, konnte die GS glatt nach 24 Stunden abgeholt werden. Zum Glück ist mir das nicht im Urlaub passiert... Innerhalb der nächsten 24 Stunden haben sie es auch tatsächlich geschafft zu versuchen das Diagnose System auszulesen, was aber leider von der GS verweigert wurde. Das heißt nun anscheinend komplett zerlegen und auf Fehlersuche gehen. Nur wann die BMW Werkstatt dafür Zeit hat, dass weiß leider niemand. So ist nun inzwischen Donnerstag Abend und ein Tag ist schöner als der andere ... abwarten und Tee trinken. 
Tja, dass passt schon irgendwie zur Philosophie von BMW Motorrad in den letzten Jahren. Immer mehr Umsatz, sprich Gewinn, größere Marktanteile und dabei natürlich Kosten senken und Werkstätten einsparen. Das führt natürlich zwangsläufig zu einem schlechteren Kundenservice. Für mich bedeutet es z.B. im Umkreis von mindestens 50 km keinen Händler zu haben, sprich immer mindesten 45 Minuten einfache Fahrzeit, und das im Süden von München (!) dem Firmenhauptsitz. Da sollte sich mal dringend wieder was f ü r die Kunden tun!!
Hurra, sie haben's geschafft! Zu meiner großen Überraschung kommt am Freitag Mittag (6.8.) der Anruf, dass ich die GS abholen kann. Ursache, Korrosion im Inneren eines geschlossenen Bauteils der Kraftstoffpumpe. Laut Aussage des Chef Mechanikers kann das jederzeit wieder passieren! Hoffentlich bei mir nicht mehr. Nachdem mir kein Ersatzfahrzeug angeboten wurde, lasse ich mich am Freitag Abend von meiner Frau zur Werkstatt fahren, um die GS abzuholen.

22. Oktober 2004 (KM-Stand 5.000):
So, jetzt hat es mich doch tatsächlich schon wieder erwischt!! Als ich am Freitag Nachmittag auf dem Weg nach Hause von der Garmischer Autobahn die Ausfahrt Wolfratshausen herunterfahre, fängt das rote Warnsignal an zu blinken und die Öldruckanzeige erstrahlt in aller Herrlichkeit ! Zum Glück habe ich nur ein paar hundert Meter noch bis nach Hause und so lasse ich die GS den Berg hinunter rollen und in die Garage. Nach einigen Telefonaten mit meiner Werkstatt teste ich am Samstag morgen (nächster Tag) noch mal im kalten Zustand was der Motor so macht. Beim Start bereits die gleiche Anzeige, also ab in die Werkstatt! Am Montag Abend (25.10.) wird dann das Motorrad abgeholt. 
Am Mittwoch erhalte ich einen Anruf der Werkstatt mit der Auskunft, der Öldruck ist komplett weg und keiner weiß warum. Der Motor soll nach Rücksprache mit der BMW Zentrale ausgetauscht werden um den defekten Motor dann eingehend untersuchen zu können. Der neue Motor wird, wenn ich Glück habe, nächste Woche (KW 45) geliefert werden und so schnell wie möglich eingebaut. Dass sind dann insgesamt auf jeden Fall wieder zwei Wochen Ausfall!! Ein Ersatzfahrzeug wurde mir leider nicht angeboten. 
Inzwischen ist der 8. November und ich habe seit zwei Wochen nichts von der Werkstatt gehört. Nach einigen Überlegungen und Erkundigungen meinerseits bin ich zu der Entscheidung gekommen, ein Fahrzeug mit Austauschmotor nicht zu akzeptieren und den Austausch des Motorrades zu verlangen. Sollte darauf nicht eingegangen werden versuche ich vom Vertrag zurückzutreten. Da mein Anliegen auf die erste Anfrage abgelehnt wird - der Händler meint doch allen Ernstes, erst nach dem 3. Motorschaden hätte ich einen Anspruch auf Austausch (!) - entscheide ich mich einen Rechtanwalt einzuschalten, um keine Verfahrensfehler zu begehen. 
Das erst Schreiben geht am 16. November an den BMW Händler mit Frist bis 23.11.2004. Die Frist verstreicht - keine Reaktion des Händlers. Daraufhin ein zweites Schreiben am 30.11.2004 mit Nachfrist bis 3.12.2004. Und wieder keine Reaktion. Kein Anruf, kein Schreiben, kein Lebenszeichen! Meiner Meinung nach eine bodenlose Unverschämtheit. Zwei Schreiben eines Rechtanwaltes zu ignorieren wirft für mich kein gutes Licht auf BMW. Somit ist also der Austausch gestorben und mir bleibt nur noch der Rücktritt vom Vertrag. Ist wahrscheinlich auch besser so. Jetzt steht die GS bereits über 6 Wochen in der Werkstatt und ich habe keine einzige Nachricht außer der anfänglichen Diagnose bekommen (Stand 10.12.2004)!!
Nächster Akt der Tragödie, mit Schreiben vom 10.12.2004 erklärt mein Rechtsanwalt den Rücktritt vom Kaufvertrag. Der Händler wird zur Rückabwicklung des Vertrages mit Frist bis zum 16.12.2004 aufgefordert. Leider erfolgt seitens des BMW Motorrad Händlers wieder keine Reaktion. Soll die ganze Angelegenheit tatsächlich vor Gericht gehen? Aus meiner Sicht ein Armutszeugnis wie BMW sich in einem solchen Fall verhält! 
Heute am 28. Dezember 2004 erhalte ich ein Schreiben der BMW Werkstatt in Kopie durch den Rechtsanwalt (Eingang 27.12. beim Rechtsanwalt). Darin wird zumindest schon mal erwähnt, dass "das Fahrzeug trotz diverser verschiedenartiger Probleme mittlerweile wieder 100% einsatzfähig ist". Immerhin nach 2 Monaten Standzeit in der Werkstatt... Kontakt mit BMW Motorrad sei aufgenommen worden und nach dem 10.1. 2005 werde ich einen "definitiven Lösungsvorschlag" erhalten. 
13. Januar 2005: Ich erhalte einen Anruf von meinem BMW Vertragshändler und man höre und staune, BMW bietet mir den Austausch der R1200GS an. Ich soll ein neues Fahrzeug gegen Zahlung einer Ausgleichszahlung bekommen. Die inzwischen mit Austauschmotor versehene GS soll ins Ausland verkauft werden, um sicherzustellen, dass man hier damit nicht noch mal Schwierigkeiten bekommt (Zitat). Wenn das Angebot schriftlich meinem Rechtsanwalt vorliegt, werde ich mich mit ihm über die Ausgleichszahlung unterhalten. 
4. April 2005: Nachdem ich vor den Osterferien auf meine Nachfrage hin erfahren habe, dass die GS in der 13.KW geliefert werden sollte (schriftlich vereinbart war, dass die GS zum 1.3.2005 zur Verfügung zu stehen hat), melde ich mich heute mal wieder beim Händler. Ich erfahre, dass sie da ist aber noch nicht montiert. Da ich mich nicht zufrieden gebe, bis Ende der Woche zu warten bis ich einen fahrbaren Untersatz habe, wird mir ein Vorführfahrzeug (K1200GT) zur Verfügung gestellt. 
8. April 2005: Ich erhalte einen Anruf vom Händler mit der Info, dass die GS fertig montiert sei, bei Abnahme aber festgestellt wurde, dass die GS in der falschen Farbe und Ausstattung bestellt wurde. Ich "darf" weiterhin K1200GT fahren und er hätte was organisiert, dass ich meine GS in der letzten April Woche bekommen würde. Dumm nur, dass ich gerne das lange Mai Wochenende vom 5. bis 8. Mai mit der GS in Urlaub fahren wollte. Hoffentlich klappt das noch mit dem Einfahren vorher und der Inspektion? 
3. Mai 2005: Es ist Dienstag und am Abend bekomme ich endlich  die GS!! Das mit "vor dem Wochenende" hat natürlich leider wieder nicht geklappt. Und ganz zu Ende ist die Geschichte leider auch noch nicht. Bei der Übergabeinspektion wurde festgestellt, dass die Diebstahlwarnanlage nicht richtig funktioniert und daraufhin zur Vorsicht gleich wieder ausgebaut. Diese wird mir bei der Einfahrinspektion nachgerüstet. Auch war die Werkstatt leider nicht in der Lage das für den Tankrucksack benötigte BMW Original Noppenklebeband zu besorgen (hatten ja kaum 3 Monate Zeit dafür). Stattdessen wurde ein Klettklebeband irgendwo auf den Tank geklebt, was den Tankrucksack natürlich nicht festhält. Aber das ist ja Gott sei Dank nur eine Kleinigkeit und lässt sich in Kürze wieder beheben. Wetter ist leider für das lange WE schlecht angesagt. Bin schon gespannt wie es mit dem Einfahren klappt. Wäre toll wenn ich die Inspektion noch vor dem Pfingstwochenende hinbekommen könnte.

R1200GS 3

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Sonntag, 26. Oktober 2008