BuiltWithNOF
Raumteiler

 

Meine Liebe zum Material Holz war eigentlich schon immer da. Früher fehlte der Platz um diese Leidenschaft zu vertiefen bzw. ausführen zu können. Da wir (meine Frau und ich) im Jahr 1999 ein Haus (natürlich ein Holzhaus) gebaut haben, konnte ich endlich den Raum bekommen um mein Hobby richtig auszuleben. Nur fehlte mir zu diesem Zeitpunkt noch das richtige know how im Umgang mit dem Werkstoff Holz. Auf meiner Suche nach entsprechenden Hobbyschreinerkursen stieß ich dann auf die Münchner Kurswerksatt (damals noch an alter Wirkungsstätte). Nachdem ich einige Kurse besuchte konnte es dann auch losgehen mit dem Möbelbau, den in unserem Haus fehlt doch noch so einiges an Ausstattung! So begann ich im Jahr 2002  mit der Planung eines Raumteilers für unser Wohn-/Arbeitszimmer. Nach einigen ersten Handskizzen sollten dann auch schnell die Anforderungen an Funktion und Optik geklärt sein um mit der Planung ins Detail einsteigen zu können. Die eigentliche Planung nahm ich dann mit Autosketch vor, welches ich mir eigens dafür angeschafft hatte.

Bau eines Raumteilers mit CD Regal 

    Planung

  • Handskizzen
  • Detailzeichnungen mit Autosketch
  • Stücklisten in Excel (nach Vorbild Kurswerkstatt nur etwas verfeinert)
  • Anspruch an Funktionalität und Optik

  • Beidseitig nutzbares Möbelstück, speziell auch beidseitig ausziehbare Schubladen.
  • Soll den Raum nicht komplett trennen aber die Sicht in den Arbeitsbereich deutlich einschränken.
  • Separat positionierbares CD Regal. Dieses war gedacht schräg versetzt auf der anderen Raumseite aufzustellen.
  • Da bereits ein selbstgebauter Couchtisch aus europäischer Erle vorhanden ist sollten Elemente wie sichtbare Zinken und die Holzart sich auf jeden Fall daran wiederfinden.
  • Unbedingt Vollholz
  • Werkstoffe

  • Europäische Erle kombiniert mit Edelstahl und Glas.
  • Scharniere und Schließmechanismen auf keinen Fall aus Kunststoff.
  • Verwendete Werkzeuge

  • Stationärer Abricht- und Dickenhobel mit 32 cm Hobelbreite
  • CS 70 EB mit allem Zubehör
  • ATF 55 Handkreissäge incl. Schienen zum Besäumen
  • OF1010 Oberfräse mit Stationäreinrichtung für den Basistisch
  • RO150E Rotexschleifer
  • RS4 Rutscher
  • Lamello Nutfräse
  • Akku Schrauber von Makita
  • Bohrmaschine von Metabo
  • Stichsäge von Metabo
  • Japanische Handsägen (für Herstellung handgeschnittener offener Schwalbenschwanz Zinken)
  • Etliche Handhobel und andere Handwerkzeuge

Beschreibung der Arbeitsschritte

Nachdem mir vom Holzhändler ca. 1,4m³ technisch getrocknete europäische Erle in unbesäumten ca. 4,5 m langen Bohlen angeliefert wurden ging ich daran, gemäß meiner Stückliste für die einzelnen Schrankteile, die benötigten Leimhölzer herzustellen (besäumen, abrichten, dickenhobeln und verleimen).

Anschließend wurden die einzelnen Schrankteile auf das Endmaß zugeschnitten und die für die Konstruktion benötigten Lamellonuten gefräst. Vor dem Verleimen der Korpuse habe ich die einzelnen Teile bereits grob geschliffen und später schlecht erreichbare Kanten bearbeitet. Nach dem Verleimen erfolgte der Feinschliff und die Kantenbearbeitung, um zum Schluss den Lack auftragen zu können. Sämtliche Teile wurden 3mal lackiert jeweils mit Zwischenschliff.

Der Phonowagen sollte das "Stöpseln" an der HIFI Anlage erleichtern, deshalb bekam er Rollen und ist hinten offen. Somit kann er leicht aus seiner Garage herausgezogen werden, um auf der Rückseite die Kabelarbeiten bequem vornehmen zu können. Da die Kanten des Korpus zum Teil sichtbar bleiben, kam hier zur Herstellung von Fingerzinken die Festo Frässchablone zum Einsatz.

Die oberen Schranktüren wurden mit einseitig säurebehandeltem Glas gefüllt. Das hat den Vorteil, dass es schemenhaft hineinschauen lässt, ohne Details zu erkennen. Deshalb wurden in diese Schrankteile auch Glaseinlegeböden eingesetzt, da Holzböden als zu massiv durch das Glas zu erkennen gewesen wären. Als Scharniere habe ich feine Zysa-Einbohrscharniere gewählt, da diese einen großen Öffnungswinkel besitzen und sehr filigran wirken, trotzdem aber sehr stabil sind. Auf die sonst üblichen Magnetschnapper habe ich verzichtet, da diese nicht dazu gepasst hätten und stattdessen metallene einstellbare Kugelverschlüsse eingebaut.

Das Herzstück des Ganzen aber stellen die Schubladen mit ihrem selbstkonstruierten Führungssystem dar. Sämtliche Schubladen wurden mit handgeschnittenen offenen Schwalbenschwänzen verbunden. Um die Schubladen von beiden Raumseiten bedienen zu können, konnten keine herkömmlichen Auszüge verwendet werden. Stattdessen laufen diese auf massiven Edelstahlstangen, die fest in den Korpus eingebaut sind. Zudem ergibt sich noch eine interessante Optik aufgrund der sichtbaren Stangenenden.

So das war's dann in etwa. In der Praxis dauerte das ganze allerdings "etwas" länger. So etwa knapp acht Monate habe ich an dem Raumteiler in meiner Freizeit, Urlaub und Wochenenden hingearbeitet. Aber es hat wieder mal riesig Spaß gemacht, sodass aktuell schon wieder ca. 1,5 m³ Holz in meiner Garage für einen Schlafzimmerschrank mit besonderen Dimensionen lagern.

Bildansichten zum oben beschriebenen Objekt

Frontansicht

CD Regal

Rückansicht

Detail Phonowagen

Detail Seitenwange

Detail Schubkästen

Detail Schubkastenführung

Detail Eckverbindung

Schubkästen

Planzeichnungen zum oben beschriebenen Objekt

Zeichnung 1

Zeichnung 2

Zeichnung 3

Zeichnung 4

Zeichnung 5

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an:
theimer.kontakt@lustauffreizeit.de 
Copyright © 2006 Herbert Theimer
Sonntag, 26. Oktober 2008